Albrecht Dürer (1471–1528)
From Theatrum Paracelsicum
Albrecht Dürer (1471–1528) war Künstler und Kunsttheoretiker.
Zeitgenosse
D. wurde am 21. Mai 1471 in Nürnberg geboren. Nach dem Schulbesuch arbeitete er zunächst in der Goldschmiede-Werkstatt seines Vaters, von 1486 bis 1489 lernte er in der Werkstatt des Malers Michael Wolgemut. Von 1490 bis 1494 war er auf Wanderschaft am Oberrhein. 1494 heiratete er in Nürnberg. 1497 machte D. sich selbständig und betrieb ab 1503 eine eigene Werkstatt in Nürnberg. 1505 führte ihn eine Reise nach Venedig, ab 1509 war D. Genannter des Größeren Rats von Nürnberg. 1518 reiste er als Vertreter Nürnbergs zum Reichstag nach Augsburg, 1519/20 in die Niederlande. Er starb am 6. April 1528 in Nürnberg.
Bezug zu Paracelsus: D. war für Paracelsus geradezu der Inbegriff des Künstlers. Er verglich den Salzburger Komponisten ↗ Paul Hofhaimer, der er vielleicht persönlich kannte, mit D.: «Nuhn wissen von der Imagination weitter/ das gesprochen wirdt/ so die Frawen in solchen stunden einbilden ein gelehrten/ weisen Mann/ Platonem, Aristotelem/ oder ein Kriegsmann/ Iulium oder Barbarossam/ oder ein köstlichen künstler/ als den Hoffhammer auff der Orgeln/ den Dürer von Nurnberg auff der Malerey: So würden sie solche Kinder geberen/ die jhnen würden gleich werden» (Huser 1, 279). In der Astronomia magna schreibt Paracelsus: «Also ist Filius adoptiuus zur Kunst gewesen Albertus Durer von Nürnberg: Zur Kauffmanschafft ist Filius adoptiuus der Fucker von Augspurg. Also merckend in der sechsten Specie, daß dz Astrum ettwann ein Geschickligkeit gebiert/ also daß dieselbig all andere vbertrifft: Zur solchen sind Filij adoptiui die jenigen/ so auff dem Seyl können gehen» (Huser 10, 95). Ein von Huser erstmals gedrucktes Fragment aus dem Besitz von ↗ Johannes Montanus trägt den kryptischen Titel: «Dürer: Propheten» (Inhaltsverzeichnis: «Von Gebornen Mahlern/ Kriegsleuhten/ etc. als Dürer zu Nürnberg/ Fronsperg/ etc.»); hier schreibt Paracelsus: «Meint jhr nit/ so der Dürer ein Theologus wer geworden/ in seiner Influentz/ oder wer gangen darinnen/ er würd wunder gemacht han? vnd ein grosser Theologus sein gewesen/ als wol als ein Mahler» (Huser 10, 106).
Julian Paulus
Literatur:
Peter F. Kramml: Paracelsus in Salzburg – Das Ende eines Mythos?, in: Paracelsus und Salzburg, ed. by Heinz Dopsch and Peter F. Kramml (Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 14. Ergänzungsband), Salzburg: Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 1994, p. 175-199, esp. p. 182 (A)
Theatrum Paracelsicum
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GND: 11852786X
Wikidata: Q5580
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